Zahnersatz

Früher wurde Zahnersatz  von Tieren (z.B. Elfenbein) oder Verstorbenen gefertigt.
Mit Golddrähten wurden die ‚Zähne‘ an verbliebene gesunde Frontzähne befestigt.
Die Kaufunktion konnte mit diesen Maßnahmen zwar nicht wieder herstellt werden, jedoch wirkte dieser Zahnersatz  ästhetisch und  die Aussprache wurde verbessert.

Ähnliche Verfahren wurden  bereits angewendet, um etwa durch Parodontitis gelockerte Zähne wieder zu fixieren.
Schon die Etrusker und Phönizier  kannten und praktizierten solche Verfahren.
Es entwickelten sich oft bakteriell verursachte Entzündungen, da sich die Bakterien  an den Drähten festsetzen konnten und stark vermehrten.
Ende des 18. Jahrhunderts gab es erste Porzellangebisse. Der New Yorker Zahnarzt John Greenwood
stellte  1784 den auf Porzellanbasis basierenden  Zahnersatz vor.
Erst  durch den Rohstoff Kautschuk wurde funktionstüchtiger Zahnersatz für größere Bevölkerungsschichten bezahlbar und erschwinglich.

Zahnersatz kann in festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz unterteilt werden.


Festsitzender Zahnersatz


Der an vorhandenen Zähnen befestigte Zahnersatz trägt die Kaukräfte mit. Eine  Faustregel besagt: ein Zahn kann den Kaudruck eines weiteren Zahnes übernehmen bzw. mittragen. Das heißt in der Praxis: Für zwei zu ersetztende Zähne sollten also auch zwei Pfeilerzähne zur Verfügung stehen.

Festsitzender Zahnersatz kommt der natürlichen Situation am nächsten und ist daher in der Lage, die normale Kau- und Sprechfunktion nahezu vollständig wieder herzustellen. Zu festsitzendem Zahnersatz zählen unter anderem Kronen, Brücken und Veneers, aber auch Implantate.

Die Haltbarkeit von Kronen und Brücken ist im Durchschnitt auf eine Lebensdauer von ca. 12-15 Jahren begrenzt.
Das dem Zahn anliegende Zahnfleisch neigt häufig dazu sich zurückzubilden.
Ein Hauptgrund für die Unzulänglichkeit einer Krone oder Brücke begründet sich darin, dass der freigelegte Zahnhals aufgrund dieses Zahnfleischrückgangs wieder zugänglich für Karies wird.
Auch  durch  Überbelastung bedingte Zahnlockerungen können (insbesondere im Oberkiefer) zum Verlust festsitzenden Zahnersatzes führen.
Ein Vorschaden der Pfeilerzähne vor dem Überkronen ist ebenfalls von Bedeutung.


Brücken


Brücken dienen dem festsitzenden Schluß einer durch Zahnverlust entstandenen Lücke.
Sie bestehen aus sogenannten Brückenankern, welche auf den die Lücke begrenzende Zähne (Brückenpfeiler) befestigt werden. Der eigentliche Lückenschluß wird durch das sich zwischen den Pfeilern befindliche Zwischenelment, das sogenannte Brückenzwischenglied realisiert.
Brücken können aus Keramik, Metall oder der Kombination beider Werkstoffe (VMK, Verblend-Metall-Keramik) hergestellt sein. Sie werden mit einem speziellen Zement oder Kleber an den dafür beschliffenen Pfeilerzähnen befestigt.


Zahnkronen und Teilkronen


Eine Zahnkrone bedeckt den betreffenden Zahn vollständig. Es gibt auch sogenannteTeilkronen, welche den betreffenden  Zahn nicht vollständig überdecken. Kronen sind bei fortgeschrittenem Verlust von Zahnhartsubstanz (etwa aufgrund ausgedehnter kariöser Läsionen) oder nach Wurzelkanalbehandlungen zur körperlichen Fassung des vorgeschädigten Zahnes indiziert.


Veneers


Ein Veneer ist eine hauchdünne, lichtdurchlässige Keramikschale für die Zähne, die mit einem Spezialkleber auf die Zahnoberfläche aufgeklebt wird.
Die sichtbaren Oberflächen der Zähne erhalten durch Veneers ein optimiertes Aussehen, die Zahnfarbe wird bei diesem Verfahren individuell angepasst.
Veneers können besonders im Frontzahnbereich durch zahnschonende Präparation die Zahnfarbe, aber auch die Zahnform und Fehlstellungen ästhetisch verbessern.


Herausnehmbarer Zahnersatz

Hierunter fallen prothetische Arbeiten, die nicht fest im Mund verankert sind und zum Reinigen oder teilweise über Nacht herausgenommen werden können. Diese Art des Zahnersatzes kann rein schleimhautgetragen, auf Zähnen (und/oder Implantaten) abgestützt oder auf Beidem gelagert sein.


Totalprothesen

Eine Totalprothese dient als rein schleimhautgetragener Zahnersatz im zahnlosen Kiefer. Sie besteht in der Regel aus zahnfarbenen Kunststoffzähnen, welche einer schleimhautfarbenen Kunststoffbasis aufsitzen. Es empfiehlt sich Totalprothesen zur besseren Stabilisierung zusätzlich mit Metall zu verstärken. Die Prothese dient insbesondere der Wiederherstellung von Kaufunktion und Ästhetik. Der Halt ist insbesondere im Unterkiefer ist aufgrund des  Knochenrückgangs allerdings in vielen Fällen nicht optimal, hier können Implantate für einen besseren Halt sorgen.


Modellgussprothesen

Dieser Zahnersatz weist eine metallverstärkte Kunststoffbasis auf und kann mittels Klammern, Kronen, oder vielen anderen Arten auf Zähnen oder Implantaten abgestützt sein. Während Klammerprothesen insbesondere im Frontzahnbereich nur eine unbefriedigende Ästhetik erzielen, können andere Arten der Abstützung wie Doppelkronen oder implantatgetragener Zahnersatz ein Prothese sehr natürlich erscheinen lassen.

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